Lost in China bzw. schlaflos in Peking

Man oh man … Bangkok – Guangzhou – Beijing – Ulaanbaatar … war das vielleicht eine anstrengende und interessante Anreise in die mongolischen Hauptstadt.

Nach 28 Stunden ohne Schlaf, neuen Erkenntnissen in holländischer Anarchie, verzweifelten Diskussionen mit chinesischen Zöllnern, 150m Trolley Abfahrten und der Bestätigung, dass ich China immer noch nicht leiden kann – bin ich endlich in der Mongolei angekommen. JUHHUUU!

Hier eine Episode dieser Anreise:
Nach dem ich von der Sri Lanka Air Angestellten einfach so in die business class eingeladen wurde, woran ich mich verdammt noch mal wirklich gewöhnen könnte, landete ich glücklich-grinsend in China.

Da ich einen Weiterflug nach Beijing und dann in die Mongolei hatte, brauchte ich auch kein chinesisches Visa. Meine Flüge habe ich online über opodo.de bestellt und somit keine Flugtickets erhalten. Alles läuft mittlerweile online und es reicht aus, seinen Pass am Check-In Schalter vorzuzeigen um ein Boarding-Pass (Flugticket) zu bekommen.
So weit die Theorie …
Denn in China hat man anscheinend noch nicht davon gehört und der Check-in-Schalter liegt HINTER den Zoll-Schaltern und einen Transitbereich gibt es in Guangzhou nicht …

So stand ich da – ohne Ticket oder Visa – vor der Zollbeamtin und kam nicht weiter. Ohne Visa und/oder Flugticket keine Einreise in die Volksrepublik China. BASTA!

Meine Erklärungen, dass es sich um im Internet gebuchte Flüge handelt, waren vergebens. Ich sah mich schon in meinen „Lieblingsland“ gestrandet ohne Chancen weiter zu kommen noch bevor ich es überhaupt betreten konnte …

Zu meinem Glück war ein junger Holländer in der gleichen Situation, doch eindeutig besser vorbereitet. Er zuckte einfach ein Blatt Papier aus seiner Tasche (selbst abgetippte und ausgedruckte Liste der Flugverbindungen) und schon konnte er mit diesen „Flugticket“ durch den uneinsichtigen Zoll.
Bevor er durch die Schranke ging, drückte er mir heimlich diesen Zettel in die Hand und nickte konspirativ … und siehe da, ich habe doch noch MEIN Flugticket gefunden und der gelangweilten Beamtin vor die Nase gehalten.

Fünf Minuten später saß ich neben meinen holländischen Retter auf der „sicheren“ Seite und hatte einen neuen riesigen Stempel in meinen Reisepass, der mit einen Aufenthalt von 24 Stunden im Reich des Wahnsinns garantierte. Ab hier ging alles entspannt zu – soweit man dieses Wort überhaupt auf China anwenden kann.

Die folgende Nacht auf dem riesigen Flughafen in Peking (der größte der Welt) verbrachte ich zusammen mit meinen holländischen Leidensgenossen, der sich als ein unkonventioneller Gesprächspartner mit sehr abgefahrenen Ansichten entpuppte, mit endlosen Diskussionen, Trolley Rennen (siehe Video) und gegenseitigen Wachhalten.

Am nächsten Morgen ging die Anreise übermüdet weiter und nach endlosen 2 1/2 Stunden mit rotzenden, schreienden und unhöflichen Sitznachbarn aus dem Reich der Mitte des Wahnsinns erreichten wir erschöpft Ulaanbaatar.

Rundreise durch die Mongolei 2011

Jawohl! Bin wieder in der Mongolei.
Ein gutes Gefühl.

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