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rundreise-mongolei.de

· Auf dem Pferderücken

Tag 6 bis 7: Nach dem Regen kommt Sonnenschein

Tag 6.
Lektion des Tages: Ausdauer lohnt sich.
Zum Frühstück überrascht mich der seltsame Mongole von Gestern. Ohne einer einzigen freundlichen Geste besteht er darauf, dass ich zu seiner Jurte zurück kehre. Dabei interessierte er sich nur für mein Zelt und die dort verstauten Dinge.
Das reicht mir jetzt! Ich bin nicht paranoid, die sind einfach nur scharf auf meine Sachen. Deutlicher kann man es wohl nicht zeigen! Ich verneine freundlich aber bestimmt und er  reitet unbefriedigt davon.

Am Nachmittag wieder eine ähnliche Geschichte. Ich werde von einem angetrunkenen Mongolen in seine Jurte eingeladen. Nach nur fünf Minuten versucht er mir meine Leder Peitsche abzuschwatzen, oder wenigstens ein wenig Geld zu schnorren. Die Schachtel Zigaretten war wohl nicht genug als Gastgeschenk, oder was? Mir reicht es …
Ihr könnt mich alle mal! Das ist doch keine mongolische Gastfreundschaft, das ist respektloses Verhalten gegenüber einem Fremden.
OK, ich bin ein Ausländer und anscheinend verdammt reich. Hat jeder deswegen einen Anspruch auf meine Habseligkeiten? Und erzählt mir nichts von Armut – im armen Kambodscha habe ich so etwas nicht erlebt.
Nachdem mich auch dieser Spinner mit seinem Motorrad verfolgt hat, habe ich beschlossen die nächsten Jurten weiträumig zu umgehen. Die von ihm gewünschte Peitsche wirkte diesmal eher abschreckend in meiner erhobenen linken Hand ;-)

Reiturlaub in der Mongolei planen

Die Laune war auf dem Tiefpunkt und der ausgedehnte Sumpf vor mir hellte nicht gerade meine Stimmung auf. Egal, da müssen wir durch.

Nach scheinbar 20 endlosen km erreichten wir (meine Pferde und ich) abgekämpft und hungrig eine Baumgruppe am Rand eines Berges. Ein perfekter Schlafplatz stünden da nicht wieder ein paar Jurten …
Doch diesmal war das Glück auf meiner Seite. Die dort angesiedelte Familie hat mich herzlich empfangen und ich durfte in ihrer Nähe mein “Lager” errichten. Den Abend verbrachte ich zusammen mit diesen freundlichen Menschen.

Mongolei Reiten Urlaub Reisebericht 2011

Ein durchwachsener Tag.

Tag 7.
Lektion des Tages: Mit Mongolen zu essen, heiß hungrig ins Bett zu gehen.
Wooww! Was für ein Tag
:-) Diese Menschen sind genau so wie man sich als Mongolei Besucher richtige Mongolen vorstellt: Ehrlich, gastfreundlich, lustig, tüchtig und gesellig.

Eine schöne Flusslandschaft in der Mongolei

Den Tag verbrachte ich damit Teig zu kneten, Ziegen einzufangen, zu ringen (ja ich weiß … ich kann einfach nicht anders), Pferde zu versorgen, ihren Alltag zu beobachten und mit den Jugendlichen Blödsinn zu machen.

Der Alltag in der Mongolei 2011Ringen in der Mongolei ist ein Nationalsport

Dieser Ort ist einfach perfekt. Die Landschaft atemberaubend schön und damit meine ich wirklich SCHÖÖN.
So wie die kitschigen Bilder mit wilden Pferden, Flusslandschaften und einen grellen Sonnenuntergang im Hintergrund der Berge. Wenn noch Delphine aus dem Fluss über die Köpfe der Pferde springen würden, dann wüsste ich, dass es nur ein alberner Traum ist ;-)

Urlasub auf dem Pferd in der Mongolei

Hier möchte ich noch einen Tag bleiben bevor es auf die letzte Etappe Richtung der Stadt Tsetserleg geht.
Doch länger kann ich nicht hier verweilen, weil ich sonst den Hunger Tod sterben würde. Jedes Mal wenn ich mir etwas zu essen vorbereite, stehen ein paar Neugierige um mich herum. Egal wie hungrig ich auch sein mag, alles wird brüderlich geteilt. Meine Taktik das Essen verdammt scharf zu würzen, ging auch nach hinten los. Anscheinend haben es die Jungs sportlich gesehen und ein Wettkampf daraus gemacht:
Wer kann mehr von dem scharfen Ausländer-Fraß verdrücken, ohne dabei zum Fluss laufen zu müssen, um seinen Durst zu löschen. Als ich enttäuscht in meinen leeren Napf sah, lachten die Halbstarken nur und sagten ein freches “sorry” :-) Wenn das aber der Preis für diese tolle Gesellschaft ist – gehe ich gerne hungrig schlafen!

Wie ist das Essen in der Mongolei?

Ein sehr guter Tag.