Tag 12.
Lektion des Tages: Heute nichts gelernt.
Noch einmal den exotischen Foto-Ausländer spielen und los geht´s in die Berge.

Eigentlich kann nicht von diesen Tag nicht viel berichten. Wie immer körperlich anstrengend und landschaftlich reizvoll.

Die Highlights des Tages: Mein Abendessen und der Schlafplatz direkt am Fluss.
Kein spannender Tag.
Tag 13.
Lektion des Tages: … heute keine Lust auf Lektion des Tages.
Gibt es eigentlich irgend ein Gesetz, welches besagt, dass man einen und den selben Fluss nicht mehr als ein Dutzend Mal am Tag mit seinen Pferd überqueren darf?
Falls JA bin ich ein notorischer Gesetzesbrecher ;-)

Fragt mich nicht wie oft ich diesen verfluchten Fluss heute überquert musste. Jedes Mal wenn ich meinte die richtige Seite gefunden zu haben, musste ich wieder durch das Wasser, da genau diese Flussseite verkehrt war. So bin ich nicht nicht nur ca. 24 km geritten, sonder habe diesen Fluss (wie heißt dieser eigentlich?) unendlich oft überquert.

Langsam entwickle ich ein gutes Auge für die seichten Wasserstellen, so dass Johnny mir nur einmal fast abgesoffen ist und ich ganz schnell den Rückwärtsgang einlegen musste. Ich würde mich mehr über ein gutes Auge für die richtige Flussseite freuen ;-)
Ein wasserreicher Tag.
Tag 14.
Lektion des Tages: Johnny ist ein Angsthase.

Grünes Gras wohin man schaut. Meine Nase läuft immer noch und ist mittlerweile wund. Die Wolken ziehen vorbei. Ich glaube mein Hals fängt an zu kratzen. Der Wind pfeift. Ich bin tief in meinen Hypochonder Gedanken versunken. In einiger Entfernung, gut sichtbar vor uns, liegt ein verwittertes Stück Holz.
Noch 5m … es sieht nach einem Brett aus …
Noch 3m … JA es ist ein altes Brett mit ein paar rostigen Nägeln drin. Ich weiche dem Holzstück sanft aus.
1m links von uns … auf einmal reißt Johnny den Kopf hoch und schießt nach rechts. Cash erschreckt sich und bockt nach hinten. Ich spüre nur noch einen brennenden Schmerz in meiner linken Hand als das Führungsseil für mein Packpferd durch meine Handfläche zischt und versuche mit der Rechten die Zügel von Johnny festzuklammern.
Verfluchte Sch**** JOHNNY! – schreie ich. Es ist doch nur ein bescheuertes Stück Holz, das da ruhig und bewegungslos in der Steppe liegt.

Diese Situation ist bezeichnend für mein Reitpferd Johnny. Egal ob ein Stück Holz, ein großer Stein, ein Vogel, eine Plastiktüte oder besser noch eine ganze Holzbrücke – alles ist ganz ganz schrecklich erschreckend und erst im letzten Augenblick erkennbar.
Wenn der Schisser bloß nicht so viel links und rechts gucken würde, sondern auch mal ab und zu nach vorne, würde Cash und ich nicht jedes Mal fast einen Herzinfarkt kriegen, weil Mister Angsthase ohne Vorwarnung wieder ausflippt.

Ansonsten ist dieser Tag eine Quälerei. Die Pferde sind bockig. Die Erkältung macht mir zu schaffen. Mein kulinarisches Experiment: Vegetarischer Tee mit Wurstwasser nicht empfehlenswert.

Das Wetter launisch: Vom Sonnenschein zum Hagel, wieder zum strahlend blauen Himmel und zwischen durch ein kräftiges Gewitter in weniger als zwei Stunden.
Auf über 2100 Höhenmetern erscheint alles noch ein wenig extremer. Ich bin kaputt und frage mich den ganzen Tag schon, was ich hier eigentlich überhaupt tue.

Als ich ziemlich niedergeschlagen mein Zelt aufmache um zu sehen ob meine Gras fressenden Spaßbremsen das Gewitter gut überstanden haben, lacht mich ein bunter Regenbogen unerwartet an.

Ich kann nicht anders uns lächle zufrieden zurück. Danke für diese Aufmunterung …
Ein herausfordernder Tag.
PS: Zum Thema “vegetarischer Wurstwasser-Tee”:
Ich muss mit dem Kocher Brennstoff sehr sparsam umgehen und da das Wasser nach den Bockwürstchen noch so schön heiß war, kam mir dieser glänzende Idee. Ihr könnt also wieder aufhören über mich zu lachen, oder jetzt erst recht. :-)


