Tag 18.
Lektion des Tages: Mongolen sind die besten Asiaten.

Der beste Tag.
Tag 19.
Lektion des Tages: Antibiotika und Wodka vertragen sich immer noch nicht.
Als die Wirkung vom Selbstgebrannten um ca. 4:30 Uhr nachließ und mir wieder so richtig kalt wurde, musste ich die zweite Hose anziehen. Dabei ist mir wieder eingefallen, dass ich meine Tablette vergessen habe. So schluckte ich die letzte Antibiotika Pille und spülte diese mit eiskalten Wasser herunter. (Ein ganz toller Geistesblitz Du Schnellmerker: Alkohol und Antibiotika!)
Noch vor sechs Uhr wachte ich mit fiesen Magenkrämpfen auf, die sich bis acht Uhr zu höllischen Schmerzen steigerten. Als ich das Zelt aufmachte, sah ich auch noch Cash völlig frei (ohne sein Geschirr und Halteseil) auf der Wiese grasen …
Wieder einer dieser Momente, die mich an meinen gesunden Menschenverstand zweifeln lassen. Krumm vor Schmerzen gehe ich langsam auf mein frei laufendes Packpferd und kann es kaum glauben: Cash bleibt einfach stehen und lässt sich widerstandslos einfangen. Gutes Pferd! Das wäre mit Johnny bestimmt anders gelaufen ;-)
Muss mich danach direkt wieder hinlegen. Der Magen bringt mich gerade um … mit zusammen gebissenen Zähnen mache ich ein wenig Wasser warm um meine Innereien zu beruhigen. Phuuu … es hat funktioniert! Danach gab es nur noch gekochten Reis mit süßen Quark.

Auch wenn der gestrige Tag grandios war. Heute ist mir irgendwie nicht nach Gesellschaft. Einfach zu viel Spaß gehabt …
Und wie das so ist, wurde ich im Laufe des Tages nicht ein einziges Mal in eine Jurte eingeladen.

Ein einsamer Tag.
Tag 20.
Lektion des Tages: Ich bin alt geworden.
Die Landschaften um mich herum sind weiterhin zauberhaft. Grüne Wiesen & Täler, kristallklare Flüsse, grasende Tierherden, singende Vögel, Insekten und der betörende Duft von Kräutern in der Luft.
Ein Traum. Ein Naturparadies. Ich kann mich kaum satt sehen an all dieser rauen Schönheit der Mongolei.

Und gleichzeitig bin ich ständig wehleidig. Die Knie, der Rücken, der Nacken - ganz zu schweigen von den Händen und meinen Allerwertesten.
Ist das alles wirklich so anstrengend, oder bin ich mit meinen 34 Jahren einfach schon zu alt für solche spontanen Ausflüge in die Wildnis? Der Geist ist stark doch der Körper …?

Doch gleichzeitig ist es auch so wunderbar mit den beiden Pferden frei durch die Weiten zu wandern. Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Finde ich das einsame Reiten durch die mongolischen Berge schön oder schrecklich?
Ich glaube es ist beides:
SCHRECKLICH SCHÖN und SCHÖN SCHRECKLICH. :-)

Ein schrecklich schöner Tag.

